Webseiten · 06. September 2026

Relaunch ohne Rankingverlust: was vor dem Umzug einer Webseite geprüft gehört

Eine neue Seite ist schnell gebaut. Was dabei verloren geht, merkt man erst Wochen später, wenn die Anfragen ausbleiben. Eine Checkliste aus der Praxis.

Ein Relaunch ist ein Umzug. Die Möbel sind schnell im neuen Haus, aber die Post kommt weiter an die alte Adresse. Bei Webseiten sind das die Links, die Google, Verzeichnisse, Social-Media-Profile und andere Seiten über Jahre gesammelt haben. Führen sie nach dem Umzug ins Leere, verliert die Seite genau das, was sie sich aufgebaut hat.

Beim Relaunch für PRACHT, Club und Bar in Frankfurt, fanden wir eine Sitemap, die Google Dutzende Veranstaltungsadressen meldete, von denen fast keine mehr existierte. Die Seite hatte über Jahre Termine angelegt und wieder gelöscht, ohne dass jemand die Spuren aufräumte. Solche Altlasten sind normal, und sie sind der Grund, warum ein Relaunch mit einer Bestandsaufnahme beginnt.

Vorher: das Inventar

  • Alle Adressen der alten Seite auflisten, auch die, die niemand mehr kennt. Die Sitemap ist ein Anfang, die Search Console und ein Crawl der Seite sind vollständiger.
  • Feststellen, welche Adressen tatsächlich Besucher bringen. Meist sind es wenige, und genau die dürfen nicht verloren gehen.
  • Inhalte sichern: Texte, Bilder in Originalgröße, Termine, Formulare. Was nur im alten System liegt, ist nach der Abschaltung weg.
  • Die Angaben zu Name, Anschrift und Telefon notieren, wie sie überall stehen. Der Relaunch ist der Moment, in dem sie einheitlich werden.

Beim Bau: Weiterleitungen und Inhalte

Für jede alte Adresse, die Besucher hatte, gibt es eine neue, und dazwischen eine dauerhafte Weiterleitung. Nicht auf die Startseite, sondern auf die Seite mit dem passenden Inhalt. Eine Weiterleitung von der alten Speisekarte auf die neue Speisekarte erhält die Platzierung, eine auf die Startseite verschenkt sie.

Inhalte, die ranken, werden übernommen und verbessert, nicht neu erfunden. Ein Text, der seit Jahren für „Bar Frankfurt Bahnhofsviertel" gefunden wird, behält seine Kernaussagen, auch wenn er kürzer und klarer wird. Wer alles neu schreibt, fängt bei der Sichtbarkeit von vorn an.

Nach dem Livegang: prüfen

  • Alle Weiterleitungen einmal durchklicken oder automatisiert prüfen. Eine vergessene Adresse ist eine Fehlerseite für jeden, der sie noch verlinkt hat.
  • Die neue Sitemap in der Search Console einreichen und in den Wochen danach beobachten, welche Seiten aufgenommen werden und wo Fehler gemeldet werden.
  • Das Google-Profil auf die neue Adresse umstellen, ebenso Verzeichnisse und Social-Media-Profile.
  • Termine und Leistungen mit strukturierten Daten auszeichnen, damit Suchmaschinen sie als das erkennen, was sie sind.

Was ein Relaunch nicht ist

Ein Relaunch ist kein Neuanfang. Die Seite, die Sie ersetzen, hat eine Geschichte bei Google, und diese Geschichte ist Ihr Kapital. Wer sie mitnimmt, hat nach dem Umzug eine schönere Seite mit derselben Sichtbarkeit. Wer sie liegen lässt, hat eine schönere Seite, die niemand findet.